Handaufzucht


Nicht immer werden Jungtiere von ihren Eltern optimal versorgt. Es gibt Zuchtpaare, die ihre Jungtiere im Nistkasten töten, ihnen die wachsenden Federkiele ausreißen oder sie einfach nicht mehr weiter füttern. Um einen Totalverlust des Geleges zu verhindern, bleibt einem nichts anderes als die Handaufzucht übrig.

Natürlich geht im Sinne einer möglichst artgerechten Nachzucht nichts über eine Naturbrut, denn die Jungtiere bekommen mit dem aus dem Kropf hervorgewürgten Futter wichtige Abwehrkräfte und Enzyme der Eltern mit auf den weiteren Wachstumspfad. Allerdings sind solche Jungtiere anfangs dem Menschen gegenüber sehr scheu. Sie werden nach einer gewissen Zeit und viel Fürsorge durch den Papageienbesitzer ebenso wie Handaufzuchten sehr zahm und zutraulich.

In die Handaufzucht kommen meistens Jungtiere ab der 6. Lebenswoche, um sie als superzahme Stubenvögel an den Menschen zu gewöhnen. Es ist bei der Handaufzucht darauf zu achten, dass diese mit gleichaltrigen Geschwistertieren oder anderen Artgenossen in der Gruppe erfolgt, um einer etwaigen Fehlprägung zu begegnen. Ein Papagei sollte schließlich wissen, dass er ein Papagei ist !

Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man später mit einem von Hand aufgezogenen Vogel züchten möchte. Viele Verhaltensregeln lernen die jungen Papageien im Spiel mit ihren gleichaltrigen Artgenossen, das kann kein Mensch ihnen vermitteln. Mir sind keine erfolgreichen Zuchtpaare bekannt, die als Einzelvögel in Handaufzucht von der ersten Woche an großgezogen wurden. Am unproblematischten für die spätere Zuchtverwendung sind Naturbruten, oder aber Tiere die ab der 8. - 10. Woche von Hand zugefüttert wurden.

Die Handaufzucht setzt großer Erfahrung und vor allem Übung voraus. Auf hochwertiges Handaufzuchtfutter (z.B. Nutri Bird A19 oder A21 oder Kaytee.) ist ebenso zu achten wie auf die richtige Hygiene und Temperatur des angerührten Futterbreis.

Gut funktionieren spezielle Fütterungsspritzen, mit denen das Aufzuchtfutter seitlich in den Schnabel gegeben wird.

Mit ca. 12 bis 14 Wochen werden die jungen Papageien futterfest, und können nun langsam auf Körnerfutter und Obst umgestellt werden.